Meine
Sammlung an Kleinteleskopen, war in der Summe zwar für alles geeignet, aber
genau dies bewog mich, mich nach einem Gerät das alles vereinte umzusehen.
Nach ersten Eindrücken scheint mir dies mit den kleinen Willi gelungen
zu sein. Hierbei handelt es sich um ein 2linsiges Objektiv aus dem Sonderglas
FPL53, nicht wie man ob der Beschreibung meinen könnte aus CaFl. Es ist also
eher ein SD Apo, denn ein Fluorit. Die Bewerbung ist für meine Begriffe
demnach nicht korrekt. Ungeachtet dieser Tatsache konnten die wenigen bisherigen
Erfahrungen damit, aber optisch zufrieden stellen. Feingezeichnete Sternpunkte,
guter Kontrast und kein Einbruch der Brillianz des Bildes im Übervergrößerungsbereich,
soweit ich es bisher verwenden konnte. Sobald mehr Erfahrungen (evtl. auch
ein Vergleich ) damit vorliegen, möchte ich auf die Details umfangreicher
eingehen.
Skywatcher
Travelmak 90/1250
Wer
etwas ultra kompaktes für die Reise oder für das schnelle Spechteln
sucht und Mond und Planeten als Beobachtungsobjekte favorisiert, sollte sich dieses
Teleskop anschauen. Parallaktisch auf der EQ1 montiert hat man eine leichte, transportable
Kombination. Oft sieht man diese Geräte auch auf einem Fotostativ, eine Variante
die mir nicht zusagt, weil ich zur Mond- und Planetenbeobachtung eher hoch vergrößere
und somit eine komfortable Nachführung in meinen Augen wesentlich ist.
Der kleine Maksutov hat eine Hauptspiegelfokussierung, die sehr feinfühlig
ist. Die Verstellmöglichkeiten sind fest grenzenlos, so das man mit jedem
Okular mühelos in den Fokus kommt. Wer möchte kann auf den Zenitspiegel
verzichten. Auch das geht. Spiegelshifting kennt mein Gerät nicht. Selbst
bei 250fach, was ich zu Testzwecken am Jupiter eingestellt hatte, bewegte sich
der Planet kaum merklich hin und her. Ein Tatsache, die ich besonders erfreulich
finde, zumal es sich nicht um ein hochpreisiges Teleskop handelt. Deep Sky
ist nicht die Stärke des kleinen MAK, wie sich zeigte. Schwarz/Weiß-Kontraste
werden in einem Linsenteleskop mit vergleichbarer Öffnung deutlich besser
sichtbar. Der Vorteil liegt in der Größe und der Farbreinheit dieses
Systems. Letztgenanntes halte ich am bei der Mond- und Planetenbeobachtung für
wesentlich und sorgt, wie ein Vergleich mit dem
Vixen 80M zeigte, für bessere Detailerkennung. So gelang es mir damals
mit dem MAK Io kurz vor dem Austritt vor der Jupiterscheibe zu sehen, ein Anblick
der mir im 80 M versagt blieb. Das schönere, ästetischere Bild lieferte
allerdings der Refraktor. Unter guten Bedingungen mit guten Okularen kann
man getrost 200fach vergrößern. Am Mond auch darüber hinaus, wobei
auch hier angemerkt sei, das die Detailerkennung nicht mehr zunimmt. Mondschatten
und großer roter Fleck sind sehr gut erkennbar. Die Cassiniteilung und Oberflächendetails
auf Saturn ebenfalls. Der kurze Mak ist ebenso, wie der 80/400 ein Spezialgerät,
allerdings genau für gegenteilige Anwendungen.
Skywatcher
114/450 Newton
Eine nette Möglichkeit
für Großfeldbeobachtung bietet ein solcher Newton, wenn er wie mein
Gerät über einen Parabolspiegel und einen ausreichend dimensionierten
Fangspiegel verfügt. Dies ist nicht bei allen Geräten dieser Größe
der Fall. Wie üblich getunt ( OAZ und Veloursfolie ), konnte dieses
Gerät schon bei mehreren Einsätzen viel Freude bereiten und einige DS-Objekte
auch bei mäßigeren Bedingungen mit einigen Details zeigen. Perfekte
Optiken darf man nicht erwarten bei dem Preis. Sie sollte frei von Astigmatismus
sein und keine größeren Fehler haben. Wenn das Gerät bis 150fach
ordentlich abbildet ist das in meinen Augen schon absolut genug. Dank des
Öffnungsverhältnisses ist es aber unumgänglich, das Okulare der
Topklasse am Start sind, womit ich auch letztlich begründe, warum dieses
Gerät kein Einsteigernewton ist - auch wenn die Bewerbung für dieses
Gerät genau dies anführt. Es ist eher ein Zweit- oder Drittgerät,
das eine Nische der Anwendung für wenig Geld besetzt - die Großfeldbeobachtung.
Die häufig angebotene Kombination mit einer EQ1 konnte mich nicht überzeugen.
EQ2 oder die LIDL-Montierung sollte es m.E. sein, damit das Gerät stabil
montiert ist.
Zwischenzeitlich hat der Großfeld- und Suchergedanke
Gestalt bekommen. Was daraus geworden ist, steht hier.
Andere Kollegen haben sich daraus eine durchaus akzeptable Astrokamera gebaut.
8"
f/5 Reisedobson
Öffnungsfieber
im Urlaub, war die Triebfeder für dieses Teleskop.
Die größere
Lichtsammelleistung gegenüber meinen bisherigen Reiseteleskopen und die Tatsache
das es universal ist, machte sich bereits beim ersten Einsatz positiv bemerkbar.
Grade bei DS ist das Upgrade von 6 auf 8" ein deutlicher Gewinn. Es ist
mein erster kompletter Selbstbau (Optik ausgenommen)
Nun
ist er endlich da, der große Dobson. Von Dieter Martini passend zur Optik
gebaut, geschliffen von Roland Herrmann. Eher unerwartet kam er nun doch,
der große Dobson. Nachdem ich erfuhr das Roland einen, wie für mich
gemachten Spiegel abgeben möchte, war mein Interesse geweckt. Ein Livetest
des Spiegels war schnell vereinbart. Dort zeigte sich im Vergleich zu einen 12"
Orion schnell, das die avisierten rd. 0.97 Strehl ( vermessen von Roland und Kurt
Schreckling ) auch wirklich da sind. Also schlug ich zu. Der Tubus wurde bei
Dieter Martini in Auftrag gegeben, der auch den Moonlite CR2 besorgte, den ich
mir als Fokussierer auserkoren hatte.
First light hinter sich hat die
Optik bestätigt, was der Test schon zeigte - klasse, trotz leichtem lagerungsbedingtem
Astigmatismus, den ich inzwischen weitestgehend eliminieren konnte. Zur Zeit arbeiten
wir daran auch den geringen Asti wegzubringen. Ggf. muß die Spiegelzelle
(Bild) etwas modifiziert
werden. Mechanisch hatte noch etwas Verbesserungsbedarf entdeckt. Die Nachführung
war reibungsbedingt noch etwas zu schwergängig. Die schweren Okulare sorgten
horizontnah für Balanceprobleme. 2 Eisenstäbe mit Gewinde im Spiegelkasten
(Bild) angeschraubt haben
die Balance deutlich verbessert. Hier ist noch ein wenig Feintunig erforderlich
(Laufgewicht). Das ist
halt der Nachteil, wenn man ein leichtes Teleskop und mit einem 35mm PanOptik
ein richtig schweres Okular hat. Die obere Stangenklemmung wurde auf Schnellspanner
umgebaut.
Der
Tubus wog 12,8 Kg, mit Gewichten nun 14 Kg, die Rockerbox 5,7 Kg und ist ingesamt
damit sehr leicht. Der dünne Spiegel (ca. 24mm) und die Holzspiegelzelle
machen sich gewichtsmäßig positiv bemerkbar. Nachteilig sind sie im
Hinblick auf den Einsatz von schweren WW Okularen und der Balance des Dobsons.
Erwartungsgemäß zeigt der Dob bei DS einen großen Gewinn
gegenüber 8". Die großen KS sind auch bei 320fach noch klasse
und hell. Planeten sind sehr viel detailreicher, als ich es von meinen bisherigen
Geräten kannte und Gevatter Mond einfach nur irre. Blickweise war sogar das
2,5mm Nagler verwendbar, immerhin bescheidene knapp 640fach. Auch an der
Sonne ist der Gewinn deutlich, seit ich einen Selbstbausonnenfilter für die
komplette Öffnung habe. Um die Balance nicht wesentlich zu verändern,
würde sehr leichte Holzplatten gewählt. Der Sonnenfilter
wiegt insgesamt nur 174 Gramm.